STOCKHOLM,, Nov. 05, 2026 (GLOBE NEWSWIRE) -- Eine geringfügige Änderung der EU-Futtermittelgesetzgebung könnte Investitionen in Höhe von mehr als 9,3 Milliarden Euro freisetzen und die Abhängigkeit Europas von importiertem Phosphor aus Ländern wie Russland verringern. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des globalen Strategieberaters RMG Consulting.
Der vom Umweltunternehmen Ragn-Sells in Auftrag gegebene Bericht identifiziert den Zugang zum europäischen Futtermittelmarkt als einen entscheidenden Faktor für die Mobilisierung von Investitionen in das Phosphor-Recycling. Der Analyse zufolge könnte die Öffnung des Futtermittelmarktes für aus verbranntem Klärschlamm gewonnenen Phosphor EU-weit sowie in Norwegen und im Vereinigten Königreich mehr als 7.400 direkte Arbeitsplätze schaffen und jährliche Einnahmen in Höhe von 850 Millionen Euro generieren.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Europa möglicherweise eine bedeutende Chance übersieht“, so Magnus Ericsson, Mitbegründer von RMG Consulting und außerordentlicher Professor an der Technischen Universität Luleå. „Relativ begrenzte regulatorische Änderungen könnten erhebliche Investitionen freisetzen und gleichzeitig Europas Bestrebungen in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und den Zugang zu strategischen Rohstoffen unterstützen.“
Phosphor ist für die Lebensmittelproduktion unverzichtbar und wird von der Europäischen Union als kritischer Rohstoff eingestuft. Dennoch ist Europa nach wie vor in hohem Maße von Phosphatgesteinsimporten abhängig, wobei Russland zu den größten Lieferanten der EU zählt.
Nach geltendem EU-Recht darf aus Abwasser zurückgewonnener Phosphor unabhängig von der Produktqualität nicht in Tierfutter verwendet werden. Dem Bericht zufolge schwächt diese Beschränkung die Wirtschaftlichkeit der Phosphorrückgewinnung und wirkt Investitionen in die heimische Phosphorproduktion entgegen.
„Die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammasche könnte die Ressourcenversorgungssicherheit stärken, industrielle Investitionen fördern und zu einem widerstandsfähigeren Ernährungssystem beitragen“, so Magnus Ericsson.
Der Düngemittel-Aktionsplan der Europäischen Kommission hebt die Nährstoffrückgewinnung als Instrument zur Stärkung der Ernährungssicherheit und der Ressourcenresilienz hervor. Schweden hat die Kommission zudem aufgefordert, als einen Schritt zur Überarbeitung des Futtermittelrechts eine neue Risikobewertung durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) einzuholen.
„Ernährungssicherheit beginnt mit Phosphor. Europa importiert weiterhin Phosphor aus Russland, während es gleichzeitig die Verwendung von aus dem eigenen Abwasser zurückgewonnenem, recyceltem Phosphor in Futtermitteln untersagt. Die Beseitigung dieses Widerspruchs ist ein kleiner Schritt mit enormem Potenzial für positive Auswirkungen“, so Pär Larshans, Chief Sustainability Officer bei der Ragn-Sells-Gruppe.
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