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EnviTec Biogas AG
/ Schlagwort(e): Jahresergebnis/Prognose
EnviTec Biogas mit solider Entwicklung im Geschäftsjahr 2025 – kurzfristige Belastungen dämpfen Ausblick auf 2026, Wachstumsperspektiven ab 2027
Lohne/Saerbeck, 15. Mai 2026 – Die EnviTec Biogas AG (ISIN: DE000A0MVLS8) hat im Geschäftsjahr 2025 eine solide Geschäftsentwicklung verzeichnet. Die strategischen Weichenstellungen und Investitionen der vergangenen Jahre haben die Diversifizierung und Ertragskraft des Geschäftsmodells nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig sorgen widersprüchliche gesetzliche Rahmenbedingungen auf dem deutschen Heimatmarkt für kurzfristige Belastungen. Im Eigenbetrieb, dem größten Segment des Konzerns, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 15,4 % auf 221,2 Mio. Euro (Vorjahr: 191,6 Mio. Euro). Die Gesamtleistung legte um 27,5 % auf 255,6 Mio. Euro zu (Vorjahr: 200,5 Mio. Euro). Maßgeblich für die positive Entwicklung waren eine gesteigerte Produktion, stabilisierte THG-Quotenpreise sowie die zu Jahresbeginn 2025 erfolgte Übernahme der LIQVIS GmbH. Das operative Segmentergebnis (EBT) lag mit 41,7 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 41,9 Mio. Euro). Darin enthalten ist eine nicht zahlungswirksame Drohverlustrückstellung in Höhe von rund 8 Mio. Euro. Hintergrund ist die vom deutschen Gesetzgeber beschlossene Streichung der Doppelanrechnung von THG-Quoten, wodurch ein Teil der laufenden Absatzverträge im Bio-LNG-Geschäft an Wirtschaftlichkeit verliert. Der Bereich Service entwickelte sich im Berichtszeitraum rückläufig. Der Segmentumsatz ging um 9,0 % auf 46,0 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 50,5 Mio. Euro), da in den Vorperioden internationale Servicegesellschaften teilweise in Projekte des Anlagenbaus eingebunden waren und daraus resultierende Umsätze nun dem Anlagenbau zugeordnet wurden. Die Gesamtleistung belief sich auf 48,9 Mio. Euro (Vorjahr: 52,2 Mio. Euro). Das operative Segmentergebnis (EBT) verbesserte sich auf -4,2 Mio. Euro (Vorjahr: -7,4 Mio. Euro). Im Segment Anlagenbau erzielte EnviTec Umsatzerlöse in Höhe von 45,5 Mio. Euro (Vorjahr: 95,6 Mio. Euro). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine schwache Entwicklung im ersten Halbjahr 2025 zurückzuführen. Demgegenüber zog die Geschäftstätigkeit im zweiten Halbjahr spürbar an. Dies spiegelt sich in der Entwicklung der Gesamtleistung wider, die im Bau befindliche Anlagen über die Bestandsveränderung berücksichtigt. Diese erhöhte sich von 18,4 Mio. Euro nach den ersten sechs Monaten 2025 auf 71,9 Mio. Euro im Gesamtjahr 2025 (Vorjahr: 99,7 Mio. Euro). Das operative Segmentergebnis (EBT) lag in Folge einer geringeren Anzahl schlussgerechneter Projekte sowie Konsolidierungseffekten mit dem Eigenbetrieb bei -11,5 Mio. Euro (Vorjahr: 9,5 Mio. Euro). Die Entwicklung auf Segmentebene resultierte im Konzern in einem Rückgang der Umsatzerlöse um 7,4 % auf 312,6 Mio. Euro (Vorjahr: 337,7 Mio. Euro). Die Konzerngesamtleistung stieg dagegen um 6,8 % auf 376,4 Mio. Euro (Vorjahr: 352,5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 59,6 Mio. Euro (Vorjahr: 67,3 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich unter Berücksichtigung der Drohverlustrückstellung von einmalig rund 8 Mio. Euro auf 26,0 Mio. Euro (Vorjahr: 44,0 Mio. Euro). Der Konzernjahresüberschuss betrug 16,7 Mio. Euro (Vorjahr: 29,8 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie ging von 2,01 Euro im Vorjahr auf 1,12 Euro im Berichtsjahr zurück. Jörg Fischer, CFO der EnviTec Biogas AG: „Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds und regulatorischer Belastungen ist das Geschäftsjahr 2025 für EnviTec solide verlaufen und hat gezeigt, dass die strategischen Investitionen der vergangenen Jahre die Ertragsbasis unseres Geschäftsmodells dauerhaft verbreitert haben. Auch wenn uns die Streichung der Doppelanrechnung derzeit belastet, werden wir weiterhin in Summe positiv wirtschaften. Der Eigenbetrieb hält seine starke Ertragsposition, und der Anlagenbau verfügt über eine hohe Auslastung sowie gut gefüllte Auftragsbücher. Deshalb blicken wir trotz einer gedämpften Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr insgesamt zuversichtlich in die Zukunft.“ Im Berichtsjahr hat EnviTec sein Investitionsprogramm weitestgehend abgeschlossen. Zusätzliche strategische Impulse setzten die im Februar 2025 vollzogene Übernahme der LIQVIS GmbH, die einen direkten Absatzkanal für Bio-LNG aus eigenen Anlagen eröffnet, sowie das im November 2025 mit der Reederei TT-Line unterzeichnete Bio-LNG-Lieferabkommen, mit dem EnviTec erstmals den maritimen Sektor erschlossen hat. Im internationalen Geschäft konnte EnviTec eine Vielzahl neuer Aufträge vermelden, darunter in der Slowakei, in Litauen, Belgien, Spanien sowie in Schweden. Der Auftragsbestand im Anlagenbau summierte sich per Ende Dezember 2025 auf 148,1 Mio. Euro und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 14,9 % (31. Dezember 2024: 129,0 Mio. Euro), wovon 117,1 Mio. Euro auf die internationalen Biogas-Märkte entfallen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 betrug die Bilanzsumme des EnviTec Konzerns 466,5 Mio. Euro (31. Dezember 2024: 413,8 Mio. Euro). Die Eigenkapitalausstattung gestaltete sich mit 190,9 Mio. Euro weiterhin komfortabel (31. Dezember 2024: 184,4 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende 2025 bei 40,9 % (31. Dezember 2024: 44,6 %). Die liquiden Mittel beliefen sich auf 25,7 Mio. Euro (31. Dezember 2024: 26,6 Mio. Euro). Vorstand und Aufsichtsrat der EnviTec Biogas AG haben angesichts der ambivalenten Rahmenbedingungen und kurzfristiger Belastungen beschlossen, der kommenden Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Olaf von Lehmden, CEO der EnviTec Biogas AG: „Die im Mai 2026 rückwirkend zum 1. Januar 2026 beschlossene Abschaffung der Doppelanrechnung trifft uns unmittelbar und untergräbt Investitionen, die wir im Vertrauen auf die europarechtlich angelegten Anrechnungsmechanismen in den vergangenen Jahren in den Ausbau unserer Bio-LNG-Wertschöpfungskette getätigt haben. Auch die im EnWG-Entwurf vorgesehene verkürzte Kappungsfrist für den Netzanschluss neuer Anlagen verfehlt die Erfordernisse einer verlässlichen Investitionsplanung. Gleichzeitig gibt es auch klare Lichtblicke: Mit den konkretisierten Planungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz entsteht erstmals eine echte Nachfrageperspektive für Biomethan im Wärmemarkt, und die Anhebung der THG-Quote stärkt die Nachfrage nach klimafreundlichen Kraftstoffen. Auf Basis der gestiegenen Produktionskapazitäten und einem gut gefüllten Auftragsbuch im Anlagenbau sehen wir unser Unternehmen gut aufgestellt, um im kommenden Jahr wieder nachhaltig zu wachsen. Grundvoraussetzung bleiben für uns verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, vor allem in Deutschland.“ Im Geschäftsjahr 2026 prognostiziert EnviTec im Konzern eine Gesamtleistung (oder Umsatz) in einer Bandbreite von 330 bis 370 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erwartet der EnviTec-Vorstand eine Bandbreite von 5 bis 15 Mio. Euro zu erreichen. Der Rückgang gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 erklärt sich vor aufgrund des Wegfalls der Doppelanrechnung für THG-Quoten sowie der erschwerten Inverkehrbringung von Biokraftstoffen. Zudem geht das Management davon aus, dass ein wesentlicher Teil der laufenden Projekte im Anlagenbau gemäß HGB nicht bis Ende 2026 schlussgerechnet werden kann und sich die Ergebnisrealisierung teilweise in das Folgejahr verschiebt. Für das Jahr 2027 geht EnviTec von steigenden Erlösen (Gesamtleistung/Umsatz) und Ergebnissen (EBT) aus. Der vollständige Geschäftsbericht 2025 ist abrufbar unter: https://www.envitec-biogas.de/unternehmen/investor-relations/ir-publikationen.
Über die EnviTec Biogas AG
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15.05.2026 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. |
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